„die beste Zeit“, Ausgabe April-Juni 2021, gibt es jetzt in unseren Verkaufsstellen. 

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September-Dezember 2016
und unsere erste Ausgabe, Mai-August 2016

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Die große Kunst der Altvorderen. Ein riesiger Berg an schönen, klugen, verrückt verstörenden Elaboraten, die viele bewegten und manchmal tatsächlich die Welt veränderten – na, sagen wir ehrlicherweise, die Welt der Kunst, äh, für alle, die sich ihr zugehörig fühlen, hier die korrekte Bezeichnung: die Szene! Wie oft habe ich zu Schülerinnen und Schülern, die sich für falsche Töne auf Ihrem Instrument entschuldigten, gesagt: „Doch nicht dafür, die Welt dreht sich garantiert genauso weiter.“ Soll mir jetzt keiner kommen, ich würde die Kunst nicht ernst nehmen, tue ich schon, und zwar sehr, aber es kann doch nicht die Folge der Aufklärung sein (auch wenn sie gerade überall verschwindet), dass, weil der Heilige Geist die Erde verließ, wir jetzt alle zu Chagall, Canetti und Coltrane beten. Kunst ist (verdammt noch mal) keine Religion, und deshalb mahne ich zu dieser Einsicht: Lasst uns stets schön frech und mutig im Hier und Jetzt sein.

Pardon, ich sollte ja etwas zum Inhalt dieser Ausgabe sagen. Nun, es ist in der Tat faszinierend, ein Ensemble von Persönlichkeiten zu sehen, die in dieser Saison ihren 80. bzw. 100. Geburtstag feiern. Erstere sind Ulle Hees, Peter Brötzmann und Klaus Küster. Letztere Hanna Jordan, Joseph Beuys und Max Kratz. In den allermeisten Fällen sind die Bezüge zum Bergischen sehr direkt, weit hergeholt ist keiner. Fraglos ist die Region ein guter Garten für ebenso kreative wie sperrige Pflanzen. In dem Garten ist dann so einiges gereift, das in den six- und seventies zum höchstmöglichen Prädikat gereichte: Avantgarde. Alle Vorgenannten waren absolut auf der Höhe der Zeit, also frech und mutig.

Immer dann, wenn eine Avantgardistin auf einen Sockel gestellt wird, sollte bei aller Liebe und Ehrfurcht auch der Brandmelder angehen. Was Avantgarde ist, geht nicht nur gegen den „Geschmack“, es geht in der Regel auch gegen das System, oder besser, gegen die Rezeptionsmechanismen. Also sollten wir uns darin einig sein, dass die Achtung vor den Altvorderen (ich weiß auch nicht, wieso ich diesen mir sonst nie gebräuchlichen Begriff wähle, fällt mir wahrscheinlich erst nach Drucklegung ein), nicht bei ihrem Werk Schluss macht, sondern mindestens ebenso stark ihre Haltung bewundert. Eine Haltung, die es im Normalfall zunächst viele Jahre verhindert, auf die Sockel des Kunstg’schäfts zu kommen. Wir dürfen sie lieben und verehren, und weil wir sie in ihrer Haltung ernst nehmen, sollte es unser dringlichstes Anliegen sein, zu schauen, was ihre Nichten/Neffen, Enkelinnen und Enkel an Verstörendem produzieren.

Okay, Freunde, nicht immer diese mahnenden Töne, gibt’s nicht auch angenehmere, freudenvollere?
Wirklich, wir leben in finsteren Zeiten und können eine gute Nachricht nun doch empfangen: Der einzige deutsche Musiker, der einen Club in New York vollkriegt, ist gerade 80 geworden, spielt so gut wie eh und je und kommt aus Wuppertal – aber geboren wurde er in Remscheid. Nochmals herzlichen Glückwunsch, lieber Peter Brötzmann!

Also fordere ich alle Leserinnen und Leser auf: Steht zu eurer Liebe zum Bergischen!
Da ich nicht wegen des letzten Abschnitts als Jazztunnelblicker in Erinnerung bleiben möchte, hier noch eine Zugabe: Als Joseph Beuys von seinem ersten Biennale-Besuch zurück ins Niederrheinische kam und abends in der Straelener Eckkneipe aufschlug, fragten die bäuerlichen Stammtischkollegen:
„Un’ Jupp, wie war et in Venedig?“ Des Meisters Antwort: „Ooch, en biskken kleinkariert.“

Wolfgang Schmidtke
Jazzmusiker

Verkaufsstellen in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Leverkusen:

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Zur Geschichte

Der Wuppertaler Galerist und Kulturschaffende H. P. Nacke, der das Magazin 2009 ins Leben gerufen und über viele Jahre hinweg gemeinsam mit dem Kulturjournalisten Frank Becker (Herausgeber der Musenblätter) mit viel Fleiß und Herzblut publiziert hat, gab im Sommer 2015 aus Altersgründen seine Druckerei auf. Mit dem Wegfall ihrer technischen Voraussetzungen war vorerst das Ende der Zeitschrift besiegelt. Im September 2015 erschien nach insgesamt 34 Heften die letzte Ausgabe der beliebten Kulturzeitschrift mit einem Themenheft zu Oskar Schlemmer. Zurück blieben eine treue Leserschaft und eine ganze Reihe von Autoren und Fotografen, die sich nicht ohne Weiteres mit der Einstellung der „besten Zeit“ abfinden wollten. So drang der Ruf zu uns, dem Schwebetal-Verlag, dieses Erbe anzutreten und die Zeitschrift weiterzuführen.

Der Verlag wurde im Jahr 2015 gegründet, von Menschen, die alle bereits über viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen der Medienwirtschaft Erfahrungen gesammelt hatten und sich nun mit überwiegend lokalen Projekten für die Stadt und die Region einsetzen. Ein Team von Kultur-Enthusiasten, die schon lange den Wunsch hegten, an einem Zeitungsprojekt dieser Art mitzuwirken. So fiel der Ruf auf fruchtbaren Boden und mit dem Segen von H. P. Nacke im Gepäck war schnell klar: Wir machen das! Dass wir das auch schaffen, dazu braucht es Hilfe von vielen Seiten – nicht zuletzt von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, die wir für den Neustart der „besten Zeit“ begeistern möchten. Nur zusammen mit Ihnen wird es uns gelingen, „die beste Zeit“ in eine neue Zeit zu überführen.

Doch bevor das erste Heft in seiner neuen Form erscheinen konnte, waren wir zuallererst auf Inhalte angewiesen, die uns Redakteure und Fotografen zur Verfügung stellten. Es bereitet uns viel Freude und erfüllt uns mit Dankbarkeit, sowohl mit all denen zusammenzuarbeiten, die  bereits unter der Ägide von H. P. Nacke die Zeitschrift belebt haben, als auch mit einer Reihe von neuen Redakteuren und Beitragenden zu kooperieren. Die Kulturlandschaft im Bergischen Land ist sehr fruchtbar und so war es nicht allzu schwer, die passenden Themen für die erste Ausgabe zu finden. Etwa die wunderbare Tony Cragg-Retrospektive im Von der Heydt-Museum, die auch das Titelbild ziert; oder die Ausstellung „Plasters“ von einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts im Skulpturenpark Waldfrieden / Wuppertal, dem englischen Bildhauer und Zeichner Henry Moore. Wir danken Tony Cragg, der uns einen Text dazu zur Verfügung gestellt hat. Erwähnt sei auch der Beitrag über die fantastische Ausstellung zu Pina Bausch in der Bundeskunsthalle Bonn, die vor allem jene besuchen sollten, die schon immer einmal im Ensemble des Tanztheaters mittanzen wollten und hier, unter Anleitung von Tänzerinnen und Tänzern der Truppe, dazu die Gelegenheit haben. Oder das Geburtstagsständchen für Peter Brötzmann zu seinem 75., mit Fotografien von seinem letzten Konzert in Wuppertal, im Café ADA.

Die Herausforderung bei der Zusammenstellung der Zeitschrift war es denn auch nicht, genügend Themen für die Mai-Ausgabe zusammenzustellen, sondern bestand in der Auswahl dessen, welche Beiträge wir nicht mehr berücksichtigen konnten. Es war dabei auch weniger die Frage der Qualität eines Artikels als vielmehr die Anzahl der zur Verfügung stehenden Seiten ausschlaggebend. Aber es kommen ja, wenn Sie, verehrte Leserin und Leser es wünschen, noch ganz viele Ausgaben der „besten Zeit“ in den Handel. Vier Ausgaben pro Jahr sind geplant. Sie können sicher sein: Wir tun unser Bestes, um das Erbe H. P. Nackes, „die beste Zeit“, auch in Zukunft weiterzuführen. 

Wir wünschen Ihnen beim Lesen viel Vergnügen und hoffen, Ihnen zahlreiche Anregungen für den Besuch von Ausstellungen und Bühnen im Bergischen Land und darüber hinaus geben zu können. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören, und hoffen, weiterhin auf Ihr Interesse zählen zu können!

Rita Küster und Willi Barczat

Schwebetal Verlag Wuppertal
Friedrich-Engels-Allee 191a
42285 Wuppertal

info@schwebetal-verlag.de

Rita Küster +49 202 313431

Willi Barczat +49 177 7886715

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