„die beste Zeit“, Ausgabe Oktober – Dezember 2018, liegt in unseren Verkaufsstellen für Sie bereit. Erfreuen Sie sich an Geschichten, Reportagen, Kritiken und Kulturtipps aus dem Bergischen Land und darüber hinaus.

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Editorial

Das Computerprogramm hieß PageMaker. Im Dezember 1989 zeigte mir ein Freund, wie man damit ganze Texte verschieben kann. Das ist die Lösung, dachte ich, und kaufte meinen ersten Computer mit dem Betriebssystem MS-DOS. Das Schreibprogramm hieß Word, noch ohne Pulldown-Menüs. Gespeichert wurde auf Floppy Disks, die man mit [format A:] formatieren musste. Wenn man sich vertat und [format C:] eingab, löschte man die Festplatte.

Bis dahin hatte ich mit Bleistift in Notizbücher geschrieben. Improvisieren hatte ich beim Jazz gelernt. Das Ergebnis war ein Sammelsurium von Wörtern und Texten. Dieses zum Veröffentlichen nicht geeignete Rohmaterial tippte ich mit der Schreibmaschine ab, entfernte alles überflüssige und fügte hinzu, was fehlte. Wie ein Bildhauer haute ich alles weg, was nicht nach Kunst aussah. Mein Meißel war das Radiergummi, später die Löschtaste des Computers. So entstanden Textfragmente, die zwar um ein Thema kreisten, aber noch nicht die Geschichte waren, die ich erzählen wollte. Ich kopierte die Texte, zerschnitt die DIN-A4-Blätter und montierte sie mit UHU in der richtigen Abfolge, falsche Wörter deckte ich mit Tipp-Ex ab und schrieb richtige darüber, so lange, bis die Geschichte die richtige Form hatte. Dieser mühseligen Arbeit setzte der Computer ein Ende.

Stift oder Computer – das Schreibgerät beeinflusst den Text. Als es noch keine Schreibmaschinen gab, mussten Schriftsteller alles mit der Hand schreiben und den kompletten Ablauf ihrer Romane im Kopf haben. Meine Texte wären dagegen ohne die Hilfe von Maschinen nicht entstanden. Wenn mir nach 300 Seiten der Name des Protagonisten nicht mehr gefällt, rufe ich die Suchfunktion auf, gebe den neuen Namen ein, klicke auf „Alle ersetzen“ und schon heißt die Frau nicht mehr Maria, sondern Vilma. Wenn mir das richtige Wort nicht einfällt, greife ich nicht zum Duden, sondern gehe ins Internet. Dadurch ist das Schreiben, bei dem man ja zwangsweise stundenlang alleine dasitzt, nicht mehr ganz so einsam. Zwar ist das Internet nicht, was ich mir unter Geselligkeit vorstelle, aber ein Unterschied zu Carl Spitzwegs „Der arme Poet“ ist es schon.

Die Produktion von Literatur, von Kunst schlechthin, geht nicht mehr ohne Maschinen. Mancher fragt sich, ob Künstlerinnen und Künstler bald nicht mehr gebraucht werden? Keine Panik! Kunst braucht das Urteilsvermögen eines Menschen. Maschinen machen Musik, generieren Bilder, produzieren Texte, indem sie Algorithmen abarbeiten. Improvisieren können sie nicht. Eugen Egner macht seine Zeichnungen, seine Texte, weil er als Mensch die Kunst des kontrollierten Wahnsinns beherrscht. Weil er ein Mensch war, konnte John Coltrane Jazz in „Both Directions at Once“ spielen. Im Schwelmer Haus Martfeld sagen Grit und Will Sensen mit ihren Bildern: Hier sind Menschen. Und was zeigt Heiner Bontrup in seinen literarischen Revuen? Menschen. In der besten Zeit werden Sie Menschen begegnen, die der Digitalisierung ihre Kunst entgegensetzen. Was sonst?

Dietrich Rauschtenberger
Musiker, Autor und Schauspieler

Verkaufsstellen in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Leverkusen:

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Zur Geschichte

Der Wuppertaler Galerist und Kulturschaffende H. P. Nacke, der das Magazin 2009 ins Leben gerufen und über viele Jahre hinweg mit viel Fleiß und Herzblut publiziert hat, gab im Sommer 2015 aus Altersgründen seine Druckerei auf. Mit dem Wegfall ihrer technischen Voraussetzungen war vorerst das Ende der Zeitschrift besiegelt. Im September 2015 erschien nach insgesamt 34 Heften die letzte Ausgabe der beliebten Kulturzeitschrift mit einem Themenheft zu Oskar Schlemmer. Zurück blieben eine treue Leserschaft und eine ganze Reihe von Autoren und Fotografen, die sich nicht ohne Weiteres mit der Einstellung der „besten Zeit“ abfinden wollten. So drang der Ruf zu uns, dem Schwebetal-Verlag, dieses Erbe anzutreten und die Zeitschrift weiterzuführen.

Der Verlag wurde im Jahr 2015 gegründet, von Menschen, die alle bereits über viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen der Medienwirtschaft Erfahrungen gesammelt hatten und sich nun mit überwiegend lokalen Projekten für die Stadt und die Region einsetzen. Ein Team von Kultur-Enthusiasten, die schon lange den Wunsch hegten, an einem Zeitungsprojekt dieser Art mitzuwirken. So fiel der Ruf auf fruchtbaren Boden und mit dem Segen von H. P. Nacke im Gepäck war schnell klar: Wir machen das! Dass wir das auch schaffen, dazu braucht es Hilfe von vielen Seiten – nicht zuletzt von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, die wir für den Neustart der „besten Zeit“ begeistern möchten. Nur zusammen mit Ihnen wird es uns gelingen, „die beste Zeit“ in eine neue Zeit zu überführen.

Doch bevor das erste Heft in seiner neuen Form erscheinen konnte, waren wir zuallererst auf Inhalte angewiesen, die uns Redakteure und Fotografen zur Verfügung stellten. Es bereitet uns viel Freude und erfüllt uns mit Dankbarkeit, sowohl mit all denen zusammenzuarbeiten, die  bereits unter der Ägide von H. P. Nacke die Zeitschrift belebt haben, als auch mit einer Reihe von neuen Redakteuren und Beitragenden zu kooperieren. Die Kulturlandschaft im Bergischen Land ist sehr fruchtbar und so war es nicht allzu schwer, die passenden Themen für die erste Ausgabe zu finden. Etwa die wunderbare Tony Cragg-Retrospektive im Von der Heydt-Museum, die auch das Titelbild ziert; oder die Ausstellung „Plasters“ von einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts im Skulpturenpark Waldfrieden / Wuppertal, dem englischen Bildhauer und Zeichner Henry Moore. Wir danken Tony Cragg, der uns einen Text dazu zur Verfügung gestellt hat. Erwähnt sei auch der Beitrag über die fantastische Ausstellung zu Pina Bausch in der Bundeskunsthalle Bonn, die vor allem jene besuchen sollten, die schon immer einmal im Ensemble des Tanztheaters mittanzen wollten und hier, unter Anleitung von Tänzerinnen und Tänzern der Truppe, dazu die Gelegenheit haben. Oder das Geburtstagsständchen für Peter Brötzmann zu seinem 75., mit Fotografien von seinem letzten Konzert in Wuppertal, im Café ADA.

Die Herausforderung bei der Zusammenstellung der Zeitschrift war es denn auch nicht, genügend Themen für die Mai-Ausgabe zusammenzustellen, sondern bestand in der Auswahl dessen, welche Beiträge wir nicht mehr berücksichtigen konnten. Es war dabei auch weniger die Frage der Qualität eines Artikels als vielmehr die Anzahl der zur Verfügung stehenden Seiten ausschlaggebend. Aber es kommen ja, wenn Sie, verehrte Leserin und Leser es wünschen, noch ganz viele Ausgaben der „besten Zeit“ in den Handel. Vier Ausgaben pro Jahr sind geplant. Sie können sicher sein: Wir tun unser Bestes, um das Erbe H. P. Nackes, „die beste Zeit“, auch in Zukunft weiterzuführen. 

Wir wünschen Ihnen beim Lesen viel Vergnügen und hoffen, Ihnen zahlreiche Anregungen für den Besuch von Ausstellungen und Bühnen im Bergischen Land und darüber hinaus geben zu können. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören, und hoffen, weiterhin auf Ihr Interesse zählen zu können!

Willi Barczat, Rita Küster, Helmut Steidler und Juliane Steinbach.

Schwebetal Verlag Wuppertal
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