„die beste Zeit“, Ausgabe Juli-September 2019, liegt in unseren Verkaufsstellen für Sie bereit. Erfreuen Sie sich an Geschichten, Reportagen, Kritiken und Kulturtipps aus dem Bergischen Land und darüber hinaus.

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September-Dezember 2016
und unsere erste Ausgabe, Mai-August 2016

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
wie „die beste Zeit“ hat auch die Monatszeitschrift „tanz“ eine Szene aus einem Stück von Pina Bausch auf dem aktuellen Titelbild. „Pina Bausch – Wird ihr Werk verspielt?“ fragt die zugehörige Titelzeile dort sorgenvoll raunend.

„Ach herrje, was ist denn da schon wieder los“, fragt sich da manch einer vielleicht bang. Wir können beruhigen: Als Kronzeuge für solcherart Besorgnis wird der Verleger Rudolf Rach herangezogen, der ein paar Geschichten aus dem Nähkästchen seiner jahrzehntelangen Verbindung zu Pina Bausch erzählt, um dann die „kulturelle Katastrophe“ zu konstatieren: Da hätten sich doch die besten Theater der Welt gemeldet, um ihre Stücke nachspielen zu dürfen – Stücke wie „Café Müller“, „Sacre du printemps“ oder „Für die Kinder von gestern, heute und morgen“ – und alle diese Wünsche seien abschlägig beschieden worden. Statt die Spielpläne der Welt zu bereichern, seien sie ein Wuppertaler Monopol geblieben, und so sei aus dem „herrlichen, faszinierenden Tanztheater ein Museum“ geworden – „ein sterbendes Museum“, schiebt er noch nach und diagnostiziert den „Wuppertaler Niedergang“. Nun muss man dem betagten, im fernen Paris lebenden Verleger vielleicht nicht vorwerfen, bezüglich der Vorgänge in Wuppertal nicht ganz auf der Höhe der Zeit zu sein, aber man darf sich durchaus wundern, dass eine renommierte Fachzeitschrift solchem Unsinn Raum gibt.

Gerade die genannten Stücke sind allesamt bereits an bedeutende Häuser weitergegeben worden – und in der kommenden Saison werden mit „Iphigenie“ in Dresden und „Sacre“ in Gent/Antwerpen weitere hinzukommen. Tanztheater- und Foundation-Leitung arbeiten dabei Hand in Hand und tun darüber hinaus gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern weitere wichtige Schritte, um das Erbe von Pina Bausch lebendig zu halten und mit der Welt zu teilen. Mag sein, man könnte zehn Jahre nach deren Tod damit schon weiter sein – geschenkt. Nach der ersten gemeinsamen Pressekonferenz der beiden „Erbverwalter“, von der wir in diesem Heft berichten, darf man sich auf spannende, ganz und gar nicht museale Auseinandersetzungen mit diesem großen Erbe freuen – von Niedergang keine Spur.

Eine solche Einschätzung erinnert mich an Artikel über die fürchterliche, sterbende Pleitestadt Wuppertal, wie man sie hin und wieder in überregionalen Zeitungen lesen konnte, geschrieben von Reportern, die auf ihrem Kurzausflug kaum über die damals noch existierende „Harnröhre“ am alten Döppersberg hinausgekommen waren.

Wir von der besten Zeit dagegen haben uns auch für diese Ausgabe wieder schwer damit getan, all das, was in der lebendigen und reichen Kulturlandschaft von Wuppertal und dem Bergischen Land passiert, im Heft unterzubringen – es ist einfach zu viel! In unserer Auswahl stellen wir wieder großartige Künstlerinnen und Künstler vor, begleiten „Else“ gleich mehrfach weiter durch ihr Geburtstagsjahr und geben viele Tipps zu Ereignissen, die man nicht verpassen sollte.

Wir schauen öfter mal über den Tellerrand: nach Hagen zur Oper, zum Bauhaus nach Köln und Krefeld – und sogar bis nach New York. Und dazu diesmal auf vier Seiten: Kultur für Kinder und Jugendliche. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre und einen wunderbaren Sommer!

Anne-Kathrin Reif

Verkaufsstellen in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Leverkusen:

Elberfeld Bloom Event, Buchhandlung Thalia, Buchhandlung v. MackensenGlücksbuchladen, Looping-Mode, Von der Heydt-Museum/Museumsshop Barmen Bücherladen Jutta Lücke, Café & Buchhandlung im Barmer Bahnhof, DruckStock, Musikhaus Landsiedel-Becker, Skulpturenpark Waldfrieden, wubaGalerie, Cronenberg Buchhandlung Nettesheim Radevormwald  Museum für Asiatische Kunst  Ronsdorf Ronsdorfer Bücherstube Vohwinkel Buchhandlung Jürgensen, Friseursalon Capilli Remscheid Buchhandlung Thalia Solingen Kunstmuseum Solingen/ Museumsshop Leverkusen Schloß Morsbroich

Zur Geschichte

Der Wuppertaler Galerist und Kulturschaffende H. P. Nacke, der das Magazin 2009 ins Leben gerufen und über viele Jahre hinweg gemeinsam mit dem Kulturjournalisten Frank Becker (Herausgeber der Musenblätter) mit viel Fleiß und Herzblut publiziert hat, gab im Sommer 2015 aus Altersgründen seine Druckerei auf. Mit dem Wegfall ihrer technischen Voraussetzungen war vorerst das Ende der Zeitschrift besiegelt. Im September 2015 erschien nach insgesamt 34 Heften die letzte Ausgabe der beliebten Kulturzeitschrift mit einem Themenheft zu Oskar Schlemmer. Zurück blieben eine treue Leserschaft und eine ganze Reihe von Autoren und Fotografen, die sich nicht ohne Weiteres mit der Einstellung der „besten Zeit“ abfinden wollten. So drang der Ruf zu uns, dem Schwebetal-Verlag, dieses Erbe anzutreten und die Zeitschrift weiterzuführen.

Der Verlag wurde im Jahr 2015 gegründet, von Menschen, die alle bereits über viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen der Medienwirtschaft Erfahrungen gesammelt hatten und sich nun mit überwiegend lokalen Projekten für die Stadt und die Region einsetzen. Ein Team von Kultur-Enthusiasten, die schon lange den Wunsch hegten, an einem Zeitungsprojekt dieser Art mitzuwirken. So fiel der Ruf auf fruchtbaren Boden und mit dem Segen von H. P. Nacke im Gepäck war schnell klar: Wir machen das! Dass wir das auch schaffen, dazu braucht es Hilfe von vielen Seiten – nicht zuletzt von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, die wir für den Neustart der „besten Zeit“ begeistern möchten. Nur zusammen mit Ihnen wird es uns gelingen, „die beste Zeit“ in eine neue Zeit zu überführen.

Doch bevor das erste Heft in seiner neuen Form erscheinen konnte, waren wir zuallererst auf Inhalte angewiesen, die uns Redakteure und Fotografen zur Verfügung stellten. Es bereitet uns viel Freude und erfüllt uns mit Dankbarkeit, sowohl mit all denen zusammenzuarbeiten, die  bereits unter der Ägide von H. P. Nacke die Zeitschrift belebt haben, als auch mit einer Reihe von neuen Redakteuren und Beitragenden zu kooperieren. Die Kulturlandschaft im Bergischen Land ist sehr fruchtbar und so war es nicht allzu schwer, die passenden Themen für die erste Ausgabe zu finden. Etwa die wunderbare Tony Cragg-Retrospektive im Von der Heydt-Museum, die auch das Titelbild ziert; oder die Ausstellung „Plasters“ von einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts im Skulpturenpark Waldfrieden / Wuppertal, dem englischen Bildhauer und Zeichner Henry Moore. Wir danken Tony Cragg, der uns einen Text dazu zur Verfügung gestellt hat. Erwähnt sei auch der Beitrag über die fantastische Ausstellung zu Pina Bausch in der Bundeskunsthalle Bonn, die vor allem jene besuchen sollten, die schon immer einmal im Ensemble des Tanztheaters mittanzen wollten und hier, unter Anleitung von Tänzerinnen und Tänzern der Truppe, dazu die Gelegenheit haben. Oder das Geburtstagsständchen für Peter Brötzmann zu seinem 75., mit Fotografien von seinem letzten Konzert in Wuppertal, im Café ADA.

Die Herausforderung bei der Zusammenstellung der Zeitschrift war es denn auch nicht, genügend Themen für die Mai-Ausgabe zusammenzustellen, sondern bestand in der Auswahl dessen, welche Beiträge wir nicht mehr berücksichtigen konnten. Es war dabei auch weniger die Frage der Qualität eines Artikels als vielmehr die Anzahl der zur Verfügung stehenden Seiten ausschlaggebend. Aber es kommen ja, wenn Sie, verehrte Leserin und Leser es wünschen, noch ganz viele Ausgaben der „besten Zeit“ in den Handel. Vier Ausgaben pro Jahr sind geplant. Sie können sicher sein: Wir tun unser Bestes, um das Erbe H. P. Nackes, „die beste Zeit“, auch in Zukunft weiterzuführen. 

Wir wünschen Ihnen beim Lesen viel Vergnügen und hoffen, Ihnen zahlreiche Anregungen für den Besuch von Ausstellungen und Bühnen im Bergischen Land und darüber hinaus geben zu können. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören, und hoffen, weiterhin auf Ihr Interesse zählen zu können!

Willi Barczat, Rita Küster, Helmut Steidler und Juliane Steinbach.

Schwebetal Verlag Wuppertal
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